Die Organisation "The Learning Tree Foundation"

boy riceDie Learning Tree Foundation ist ein Projekt betrieben von der LOVE Society, einer Organisation im Bundestaat Orissa im Osten Indiens. Es handelt sich um eine Schule mit einem Wohnheim, in der Stammeskinder im Alter von 3-16 Jahren aus der umliegenden Region betreut und aufgezogen werden. Die Organisation existiert seit 1981, die Schule hat seit Sommer 2010 eine eigene Identität unter dem Namen The Learning Tree Foundation.

Die Gründungsorganisation wurde 1981 von Patras Dungdung ins Leben gerufen, der ebenfalls ein Stammesmitglied war. Er hat sein ganzes Leben in den Dienst der Gemeinschaft und von Kindern ohne Familien gestellt. Heutzutage besuchen viele Kinder aus dieser Gegend, die keinen Zugang zu einer angemessenen Schulausbildung haben, die Klassen der Learning Tree Foundation. Es gibt einen sehr großen Bedarf, das Angebot für weitere Kinder ohne Grundschulausbildung auszuweiten.

Zusätzlich betreibt die Organisation noch ein zweites kleineres Haus für Kinder im Alter bis zu 3 Jahren, was in einem städtischen Armenviertel in Rourkela liegt, ungefähr zwei Stunden von der Schule und dem Waisenhaus entfernt. Im Laufe der letzten 30 Jahre hat sich das hingebungsvolle Personal um mehrere hundert Kinder gekümmert, hat ihnen ein sicheres Umfeld geschaffen sowie Gesundheitsfürsorge und Nahrung zur Verfügung gestellt. Außerdem legt die Organisation Wert auf die Ausbildung der lokalen Stammesgemeinschaft und bemüht sich darum, die Lebensumstände der Dorfbewohner zu verbessern und das traditionelle kulturelle Erbe dieser Region zu erhalten bzw. wieder herzustellen.

Insgesamt werden ca. 80 Kinder von sieben Mitarbeitern, acht angestellten Lehrern sowie zwei älteren Menschen versorgt. Die älteren Menschen suchen Schutz bei der Organisation und helfen bei der täglichen Arbeit mit.

1 Kopie 3Die Kinder sind in vielen Fällen deutlich unterernährt, wenn sie von der Organisation angenommen werden. Sie brauchen viel Fürsorge und Pflege. Oft kommen sie über die Polizei oder Sozialarbeiter zu der Organisation. Während einige Kinder keine Eltern haben, kommen andere aus Familien, die in äußerstem Elend leben, mitunter auch von jungen alleinerziehenden Müttern oder aus verarmten Stammesfamilien, die nicht in der Lage sind ihre Kinder aufzuziehen. Viele, die in der Organisation arbeiten, kommen aus ähnlichen Verhältnissen und haben bei der Learning Tree Foundation einen Lebensunterhalt gefunden, indem sie sich als Sozialarbeiter, Lehrer oder Haushaltspersonal um die Kinder kümmern. Ein gutes Beispiel dafür ist Beronika Toppo, die als Baby zur Organisation kam und jetzt im Alter von 17 Jahren eine wichtige Rolle im Schulalltag des Waisenhauses spielt.

Das engagierte Personal erhält keine finanzielle Vergütung, dafür wird ihnen Essen und Kleidung zur Verfügung gestellt. Die Lehrer, die hauptsächlich aus den nahe gelegenen Dörfern kommen, erhalten ein kleines Gehalt. So nützt die Organisation beiden, den Ausbildenden und den Auszubildenden. Aber die Hauptrolle spielen natürlich die Kinder. Sie helfen beim Bau von neuen Gebäuden, bei der Arbeit auf den Feldern aber auch beim Unterricht und der Versorgung der kleineren Kinder. Die Organisation bietet den Kindern eine liebevolle und fürsorgliche Umgebung und fördert ihre emotionale, soziale und erzieherische Entwicklung. Die wenigen, einfachen und notdürftig eingerichteten Gebäude dienen gleichzeitig als Schlafsäle, Klassenräume sowie als Speisesäle und Orte für Versammlungen. Zusätzlich gibt es noch eine Küche, Toiletten und Waschräume. Mit seinem Brunnen und seinen Blumen, Obst- und Gemüsebeeten, ist der Garten eine Oase innerhalb einer sonst rauen Umgebung.

Die Schule

GoogleMaps SchulstandorteFür die meisten Kinder bietet die Learning Tree Foundation die einzige Chance auf eine Ausbildung. Die nächstliegende öffentliche Schule liegt weit entfernt und bedingt durch mangelnde Finanzen ist die staatliche Versorgung oft unzureichend. Die Learning Tree Foundation bietet zur Zeit bis zur zehnten Klasse ein informelles Bildungsprogramm an, basierend auf dem staatlichen Lehrplan. Einer der Schwerpunkte liegt auf den traditionellen Werten der Stammesgemeinschaft, von denen die meisten der Kinder geprägt sind. Sie lernen die ursprüngliche Sprache ihrer Vorfahren, sowei traditionelle Musik und Tänze. Die Kinder haben auch die Gelegenheit an kulturellen Wettbewerben auf ihrer heimischen und auf regionalen Ebenen teilzunehmen. Zusätzlich bringen bestimmte Lehrer den Kindern mit Hilfe von regelmäßigen Yogaseminaren Konzentration, sportliche Übungen und Disziplin bei.

Obwohl die Schule von der Regierung noch nicht offiziell anerkannt wird, treten viele der Kinder privat vor dem staatlichen Prüfungsausschuss zur Abschlussprüfung an. Zudem erhält die Learning Tree Foundation seit Sommer 2010 eine finanzielle Unterstützung von der Smile Foundation, einer Nichtregierungsorganisation, um Lehrer und Lernmaterialien zu bezahlen. Einige von den Kindern bleiben in der Organisation und werden Mitarbeiter, andere kehren in ihre ursprünglichen Dörfer zurück. Den Fokus setzt die Learning Tree Foundation darauf den Kindern Motivation zur Selbsthilfe zu vermitteln. Die Kinder werden auch darin unterrichtet, wie man Ernährungs- und medizinische Produkte nach den Methoden der nachhaltiger Land- und Waldwirtschaft verarbeitet. Beeren, Früchte und Pilze werden zum Beispiel gesammelt und konserviert, Seifen und Waschpulver werden hergestellt und dann auf heimischen Märkten verkauft. Die Kinder erwerben Fähigkeiten, die sie später dazu verwenden können sich auch finanziell selbst in der Gemeinschaft zu versorgen. Dies verhindert, dass sie möglicherweise in die Großstädte migrieren muessen, um dort Arbeit zu finden.

Geschichte
Adivasi-Stammesvölker